Agile Prozesse bei sepp.med
Agile Vorgehensweisen nehmen in der SW-Entwicklung an Bedeutung zu. Ihr Einsatz in der Medizintechnik ist jedoch nicht unumstritten, denn das stark regulierte Umfeld stellt besondere Anforderungen an den Prozess und speziell die Dokumentation der einzelnen Schritte.
Der Hauptvorteil agiler Prozesse – die hohe Flexibilität in Bezug auf den funktionalen Umfang – wird gleichzeitig als Nachteil ausgelegt. Stark variable Anforderungen, Quellcodes und Tests erfordern permanentes Überarbeiten der Pläne und eine höhere Anzahl von Reviews und Dokumentenfreigaben.
Ein darauf abgestimmtes Projektmanagement setzt speziell bei Planung und Controlling an. Hier ergibt sich zugleich der größte Mehrwert – dank besserer Transparenz und Verfolgbarkeit der Projekte.
Unsere Erfahrung zeigt, dass sich zum Beispiel SCRUM mit den Anforderungen der Standards für SW-Entwicklung in der Medizintechnik (21 CFR 820, ISO 62304) sehr gut vereinbaren lässt, bei minimalem Mehraufwand.
Während Entwickler von agilen Vorgehensweisen klar profitieren, gestaltet sich die frühzeitige Einbindung des Integrations- und Systemtests eher schwierig. Zu Beginn liegen kaum Detailinformationen vor. Abläufe können sich mehrfach im Verlauf des Projekts ändern, der Wartungsaufwand für Testspezifikationen steigt beträchtlich. Ideale Bedingungen für die Methode des modellzentrierten Testens.
Hier finden Sie Beispiele für unsere Erfahrungen in diesem Bereich.
Entwicklungsnaher Integrationstest im agilen Umfeld
TBS_Med_CT: Entwicklungsnaher Integrationstest im agilen Umfeld
Ziel des entwicklungsnahen Integrationstests ist es, im Rahmen der agilen Produktentwicklung automatisierte Testskripten zeitnah zur Verfügung zu stellen. Dies bedeutet konkret, dass die Skripten zeitgleich mit der Software zum Ende eines SCRUM-Sprints in das Konfigurationsmanagementsystem eingecheckt und dann per Nachtlauf durchgeführt werden. sepp.med übernahm für den Kunden die Erstellung, Durchführung und Protokollierung der automatisierten Tests. Darüber hinaus konzipierte sepp.med die Testarchitektur und erstellte die Testinfrastruktur, bestehend aus Testbibliotheken sowie Installation und Wartung der Testwerkzeuge.
Zu den Aufgaben im Testmanagement gehören die Abstimmung von Terminen und Prioritäten mit den Projektleitern beim Kunden, die Erstellung einer Releaseplanung, die detaillierte Planung der Arbeitspakete und eingesetzten Ressourcen ebenso wie das regelmäßige Reporting des Testfortschritts und der Ergebnisse im Sprint-Backlog.
An der Schnittstelle zur Entwicklung betreibt sepp.med Integrationsmanagement. Dahinter verbirgt sich die Pflege des Testanlagenparks in Zusammenarbeit mit dem Konfigurationsmanagement. Die Anlagen werden permanent auf den aktuellen Stand der agilen Entwicklung gebracht, um so ein ständig laufendes System für die automatisierten Nachtläufe der Tests zur Verfügung zu haben.
Hans-Werner Mürbeth
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