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Automotive SPICE und VW SQIL

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Die ISO/IEC 15504 „Infor­ma­ti­on Tech­no­lo­gy Pro­cess Assess­ment“- auch SPICE genannt – befasst sich mit der Pro­zess­be­wer­tung. Eine Bewer­tung nach ISO/IEC15504 misst den Pro­zess­rei­fe­grad eines Pro­jek­tes oder einer Orga­ni­sa­ti­on. Sie kann damit zur Bewer­tung der Fähig­keit eines Pro­jek­tes bzw. einer Orga­ni­sa­ti­on, ein (Software-)Produkt zu erstel­len, her­an­ge­zo­gen werden.

Ist der zugrun­de­lie­gen­de Refe­renz­pro­zess die ISO/IEC12207 und wird das in der ISO/IEC15504‑5 hin­ter­leg­te und dazu pas­sen­de Pro­zessassess­ment­mo­dell ver­wen­det, so spricht man auch von SPICE. In der Pra­xis unter­schei­det man jedoch nicht so genau und spricht im Rah­men der ISO/IEC15504 all­ge­mein von SPICE. Dabei steht SPICE für „Soft­ware Pro­cess Impro­ve­ment and Capa­bi­li­ty Deter­mi­na­ti­on“. Das etwas ver­steck­te E ist durch den Wech­sel des ursprüng­lich ange­dach­ten Wor­tes „Eva­lua­ti­on“ zu „Deter­mi­na­ti­on“ ent­stan­den – Auf­grund der etwas unter­schied­lich inter­pre­tier­ba­ren Bedeu­tung des Wor­tes „éva­lua­ti­on“ im Französischen.

Da ins­be­son­de­re die Auto­mo­bil­her­stel­ler auf eine zuver­läs­si­ge und vor­her­sag­ba­re Qua­li­tät ihrer Lie­fe­ran­ten ange­wie­sen sind, hat man auf Basis der ISO/IEC 15504 (Rei­fe­grad­di­men­si­on – wie wird gemes­sen?) und der ISO 12207 (Pro­zess­di­men­si­on – was wird gemes­sen?) den Stan­dard „Auto­mo­ti­ve SPICE“ – oder auch ASPICE – ent­wi­ckelt. ASPICE ist damit eine Unter­men­ge von SPICE, das spe­zi­ell an die Bedürf­nis­se der Auto­mo­bil­her­stel­ler ange­passt wurde.

Der Grund­ge­dan­ke hin­ter SPICE ist dabei, dass eine effi­zi­en­te, repro­du­zier­ba­re und lang­fris­tig aus­ge­leg­te Ent­wick­lung bestimm­te Regeln und Pro­zes­se braucht. Eine Eva­lua­ti­on nach SPICE misst dabei unter ande­rem, ob sol­che Regeln eta­bliert wor­den sind und ob die­se umge­setzt wer­den. Teil die­ser Beur­tei­lung ist aber auch, ob Ver­fah­ren zum Anpas­sen der Regeln ent­wi­ckelt wor­den sind, denn Regeln und Pro­zes­se haben kei­nen Selbst­zweck; sie die­nen nur dazu, den Gesamt­pro­zess der Pro­dukt­ent­wick­lung zu opti­mie­ren, unter Berück­sich­ti­gung aller Para­me­ter. SPICE wird also nicht beur­tei­len, ob ihr der Test­pa­ra­me­ter kor­rekt ist, son­dern ob es ein Ver­fah­ren zur Bestim­mung der Test­pa­ra­me­ter gibt und ob die­ses doku­men­tiert ist.

Unter­stützt von den gro­ßen OEMs wur­de Auto­mo­ti­ve SPICE mitt­ler­wei­le zum Stan­dard in der Pro­zess­be­wer­tung der Software­entwicklung im Umfeld Automotive.

Als Lie­fe­rant von Soft­ware im Auto­mo­ti­ve-Bereich müs­sen Sie daher häu­fig eine Min­dest­stu­fe in der SPICE Bewer­tung ihres Pro­jek­tes errei­chen. Eine sol­che Stu­fe ist kei­ne Zau­be­rei, aber es ist wich­tig sich dar­auf recht­zei­tig vor­zu­be­rei­ten und eine vali­de Selbst­ein­schät­zung der eige­nen Pro­zes­se durch­zu­füh­ren bevor der OEM sie assessiert.

sepp.med hat sei­ne lang­jäh­ri­ge Erfah­rung in Pro­zess­be­wer­tun­gen und Pro­zess­ana­ly­sen nun auch im Bereich Auto­mo­ti­ve SPICE ausgebaut.

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