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Digitalisierung: Unwort mit Zukunft

Lese­zeit: 3 Minu­ten
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Wenn man – so wie ich – beruf­lich mit Software­entwicklung und Pro­zes­sen zu tun hat, fällt es manch­mal schwer, sei­nen Beruf mit ein­fa­chen Wor­ten zu erklä­ren. Zu prä­sent sind Fach­be­grif­fe und Angli­zis­men im eige­nen Wort­schatz; zu viel scheint uns selbst­ver­ständ­lich, was doch erklä­rungs­be­dürf­tig ist.

In die­sem Zusam­men­hang hat­te ich vor eini­gen Wochen eine inter­es­san­te Dis­kus­si­on über Digi­ta­li­sie­rung. Für mei­nen Schwie­ger­va­ter hat die­ser Begriff eine kla­re Bedeu­tung. Es han­delt sich um die Umwand­lung von ana­lo­gen Signa­len in ein digi­ta­les For­mat, sei es direkt bei der Auf­zeich­nung, sei es spä­ter. Die­se Defi­ni­ti­on passt jedoch nur schlecht zur Ver­wen­dung des Begriffs in den Medi­en und im heu­ti­gen Sprach­ge­brauch. Der Stern schreibt zum Bei­spiel, die Digi­ta­li­sie­rung in Deutsch­land sei „rück­stän­dig“. Der Spie­gel spricht von „Digi­ta­ler Zukunft“ dank Apps und „Vir­tu­al Rea­li­ty“ (und schon haben wir sie wie­der – die Anglizismen…)

Ist „Digi­ta­li­sie­rung“ also nur ein Schlag­wort; ein „Buz­z­word“, wie wir es aus­drü­cken wür­den? Ja und nein. Tat­säch­lich ist der Begriff nur unscharf defi­niert. Wiki­pe­dia merkt dazu an, dass Digi­ta­li­sie­rung immer sel­te­ner in sei­ner ursprüng­li­chen Bedeu­tung ver­wen­det wird, son­dern inzwi­schen die „umfas­sen­den Mega­trends der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on“ bezeich­net. Wei­te­re Haupt­ar­ti­kel gibt es zu den The­men „Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on“ und „Digi­ta­le Revo­lu­ti­on“. Das klingt nach etwas, was kei­ne Fir­ma ver­schla­fen soll­te. Tat­säch­lich fin­den wir immer mehr Soft­ware in All­tags­ge­gen­stän­den. Der Kühl­schrank, der mit dem Online-Por­tal des Lebens­mit­tel­händ­lers kom­mu­ni­ziert, um But­ter nach­zu­be­stel­len, rückt in greif­ba­re Nähe. Es ist ein biss­chen wie bei Jules Ver­nes Rei­se zum Mond. Ganz so, wie Jules Ver­ne es sich vor­ge­stellt hat, ist es nicht gekom­men. Doch gekom­men ist sie: die Rei­se zum Mond.

In gewis­ser Hin­sicht wer­den Kühl­schrank, Haus­tür – ja gan­ze Fabri­ken tat­säch­lich „digi­ta­li­siert“. Nur geht es nicht um den Gegen­stand, son­dern um die inter­es­san­ten Daten, die sie ber­gen. Wenn die gewon­ne­nen Infor­ma­tio­nen ver­ar­bei­tet und/oder mit ande­ren Infor­ma­tio­nen ver­knüpft wer­den, ent­ste­hen Hand­lungs­op­tio­nen für den­je­ni­gen, der die Infor­ma­tio­nen besitzt. Goog­le, Face­book und Ama­zon machen es uns vor.

Sobald wir ver­schie­de­ne Gerä­te mit­ein­an­der und mit Soft­ware im Inter­net ver­knüp­fen, haben wir das „Inter­net der Din­ge“ und damit noch so ein Unwort mit Zukunft. IoT betrifft uns alle: Die Her­stel­ler von Gerä­ten, weil sie sich ver­stärkt mit Soft­ware aus­ein­an­der­set­zen müs­sen; die Anbie­ter von Diens­ten, weil völ­lig neue Gerä­te „digi­ta­li­siert“ wer­den und ein­ge­bun­den wer­den wol­len; die Soft­ware-Fir­men, weil Daten plötz­lich beträcht­lich an Wert gewin­nen und Die­be anzie­hen sowie nicht zuletzt die Anwen­der, weil es ohne Smart­pho­ne und mobi­le Daten und WLAN-Zugang daheim eines Tages ein­fach nicht mehr gehen wird.


In unse­rer Webi­nar-Rei­he „Demys­ti­fy­ing IoT“ wol­len wir uns mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen, was IoT für die Ent­wick­lung und den Betrieb der invol­vier­ten Soft­ware bedeu­tet. Im ers­ten Teil klä­ren wir eini­ge Begrif­fe und beleuch­ten die Fra­ge, wie­so Digi­ta­li­sie­rung und IoT tat­säch­lich die Zukunft sein wer­den. In Teil 2 set­zen wir uns mit den Qua­li­täts­kri­te­ri­en aus­ein­an­der, die wir in Zukunft ver­stärkt anle­gen müs­sen. Im drit­ten Teil zei­gen wir, wie das Zusam­men­spiel aller Betei­lig­ten im Inter­net der Din­ge gesi­chert wer­den könn­te (Stich­wort „Refe­renz­ar­chi­tek­tu­ren“). Der Test kommt wie immer zuletzt und ist The­ma des vier­ten Teils. Wir freu­en uns auf Ihre Teilnahme!

Sie möch­ten mehr erfah­ren? Neh­men Sie ger­ne Kon­takt zu mir auf.

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