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Volkswagen hat uns als Zulieferer einen SQIL nahegelegt. Stehen wir jetzt unter Beobachtung?

Lese­zeit: 3 Minu­ten
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Die kur­ze Ant­wort: Nein.

Die län­ge­re Ant­wort: Nur wenn sie wol­len, denn seit gerau­mer Zeit macht sich bei Volks­wa­gen im Umgang mit sei­nen Elek­tro­nik­zu­lie­fe­rern der Begriff „SQIL“ breit. SQIL steht für Soft­ware Quali­ty Impro­ve­ment Leader. Die­se Rol­le soll Zulie­fe­rer dabei unter­stüt­zen, im Volks­wa­gen Umfeld den Sta­tus eines A‑Klasse Lie­fe­ran­ten zu erlan­gen. Dies ist ein beson­ders zuver­läs­si­ger Lie­fe­rant, dem neue Auf­trä­ge für die Ent­wick­lung der Steu­er­ge­rä­te­soft­ware ohne Beden­ken über­tra­gen wer­den kön­nen. Die­se Qua­li­fi­zie­rung basiert dar­auf, dass der Zulie­fe­rer ein Assess­ment von Volks­wa­gen nach Auto­mo­ti­ve SPICE auf dem Capa­bi­li­ty Level 2 besteht.

Vor­aus­set­zung ist also ein fehl­ge­schla­ge­nes Auto­mo­ti­ve SPICE Assess­ment von Volks­wa­gen, in des­sen Ergeb­nis der Ein­satz eines SQIL emp­foh­len wird. Der Ein­satz eines SQILs ist frei­wil­lig. Der Zulie­fe­rer kann Nach­bes­se­run­gen am Entwick­lungs­prozess auf eige­ne Faust vor­neh­men und bei dem nächs­ten Assess­ment dar­auf hof­fen, dass es erfolg­reich sein wird.

Alter­na­tiv kann der Zulie­fe­rer auch einen SQIL zu Rate zie­hen und so ziel­ge­rich­tet auf das nächs­te Assess­ment mit der Gewiss­heit zusteu­ern, genau die Schwach­punk­te im Entwick­lungs­prozess zu ver­bes­sern, wel­che die A‑Klasse Qua­li­fi­ka­ti­on verhindern.

Der SQIL schaut sich in die­sem Fall die iden­ti­fi­zier­ten Schwach­stel­len im Entwick­lungs­prozess an und lässt sich vom Ent­wick­lungs­lei­ter die zu tref­fen­den Maß­nah­men dar­le­gen, mit denen die­se Schwach­stel­len abge­stellt wer­den sol­len. Hier kann die Maß­nah­men­lis­te auf ihre mög­li­che Wirk­sam­keit hin vom SQIL ana­ly­siert wer­den. Der nächs­te Schritt ist eine Bera­tung des Ent­wick­lungs­lei­ters, wie er die Maß­nah­men anpas­sen kann, um die Wirk­sam­keit zu erhöhen.

Bei Bedarf kann der Entwick­lungs­prozess auf noch nicht iden­ti­fi­zier­te Schwach­stel­len hin unter­sucht wer­den, damit die­se nicht erst im nächs­ten Assess­ment erkannt werden.

Nach­dem der Maß­nah­men­ka­ta­log abge­stimmt wur­de, wer­den vom SQIL Metri­ken defi­niert und mit dem Ent­wick­lungs­lei­ter abge­stimmt. Der Zweck die­ser Metri­ken ist eine ziel­ge­rich­te­te Kon­trol­le der Wirk­sam­keit aller zu tref­fen­den Maß­nah­men. Ziel ist es, durch eine wöchent­li­che Aus­wer­tung den Fort­schritt der Ver­bes­se­rung zu mes­sen und zu doku­men­tie­ren. Soll­te sich nach der Umset­zung der abge­stimm­ten Maß­nah­men her­aus­stel­len, dass eine oder meh­re­re Maß­nah­men nicht den gewünsch­ten Effekt haben, kann man nach­jus­tie­ren und unmit­tel­bar die Aus­wir­kung der Ände­rung beobachten.

Es gehört zu den Auf­ga­ben des SQIL, den Fort­schritt des Zulie­fe­rers an Volks­wa­gen zu kom­mu­ni­zie­ren, um so gemein­sam einen geeig­ne­ten Zeit­punkt für das neue Auto­mo­ti­ve SPICE Assess­ment fest­zu­le­gen, wel­ches dann vor­aus­sicht­lich erfolg­reich für den Zulie­fe­rer ver­lau­fen wird.

So gese­hen, steht der Zulie­fe­rer unter Beob­ach­tung. Aber die­se Beob­ach­tung ist selbst auf­er­legt und hat weni­ger den Zweck einer Über­wa­chung als viel­mehr den schnellst­mög­li­chen Zeit­punkt sicht­bar machen, an dem ein Zulie­fe­rer die A‑Klas­se-Qua­li­fi­ka­ti­on errei­chen kann.

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