Das deutsche Gesundheitssystem steht vor einer Weichenstellung, die lange überfällig war. Mit den Hybrid-Fallpauschalen („Hybrid-DRG“, wobei DRG für „Diagnosis Related Groups“ steht) rückt ab 2026 erstmals eine sektorengleiche Vergütungslogik in den Alltag von Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Was zunächst wie eine Abrechnungstechnikalität wirkt, hat weitreichende Konsequenzen für die IT-Architektur hinter den Kulissen.
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Die neue Vergütungslogik setzt voraus, dass Patientendaten, Dokumentationsprozesse und Abrechnungssysteme über Sektorgrenzen hinweg konsistent verfügbar sind. Krankenhausarchitekten planen seit Jahren in Leistungsgruppen. Ihre IT-Kollegen stehen jetzt vor einer ähnlich grundlegenden Aufgabe.
Schätzungen zufolge fallen durch die Reform rund eine Million bisher vollstationäre Behandlungen schrittweise unter die Hybrid-DRG-Logik. Das klingt nach einem Vergütungsthema. Es ist jedoch ebenso ein herausforderndes IT-Thema.
Eine korrekte Hybrid-DRG-Abrechnung setzt voraus, dass Krankenhaus-Informationssystem (KIS), Praxisverwaltungssystem, OP-Dokumentation, Abrechnung und elektronische Patientenakte (ePA) als verzahntes System funktionieren.
In der Realität sieht das in vielen Einrichtungen anders aus. Heterogene Systemlandschaften, proprietäre Schnittstellen und fehlende Interoperabilitätsstandards wurden jahrelang toleriert, weil die sektorale Trennung in der Vergütung entsprechende Lücken in der IT erlaubte. Diese Toleranz endet mit Hybrid-DRG.
Forschungsergebnisse zur Interoperabilität im Gesundheitswesen belegen, dass fehlende Standardisierung Versorgungsqualität senkt und Ressourcen verschwendet. Die technischen Standards für eine Integration sind dabei durchaus vorhanden: HL7 FHIR, IHE-Profile und openEHR bieten belastbare Referenzarchitekturen. Die Herausforderung liegt in der Implementierung unter realen Betriebsbedingungen.
Wer MVZ-Praxen in eine wachsende Holding-Struktur integriert, kennt die Folgen fehlender IT-Konsolidierung aus dem Alltag. Ohne gemeinsame Datenbasis entstehen parallele Patientenakten, inkonsistente Abrechnungsdaten und ein kaum lösbares Schnittstellenchaos. Unter Hybrid-DRG kommt das konkrete Erlösrisiko hinzu: Wer Fälle nicht sauber sektorenübergreifend dokumentieren kann, kann sie nicht korrekt kodieren, und fehlerhaftes Kodieren kostet Erlöse.
Hinzu kommt die regulatorische Dimension. Die ePA ist seit Oktober 2025 für medizinische Einrichtungen nutzungspflichtig. Laut einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) rechnete Ende 2025 noch rund ein Viertel der Kliniken nicht vor dem zweiten Quartal 2026 mit einer krankenhausweiten Nutzung. KIS-Schnittstellenprobleme und unzureichende Vorbereitung der Softwarehersteller zählen zu den häufigsten Gründen.
Diese Lücke zu schließen braucht Zeit, strukturiertes Vorgehen und klare Priorisierung.
Vor dem Aufbau einer neuen IT-Architektur steht die ehrliche Bestandsaufnahme. Wer die Ist-Situation nicht kennt, investiert auf Verdacht. Sinnvoller ist ein strukturierter Ansatz: zunächst ein Assessment aller relevanten Systeme und Prozesse, dann die Einordnung in ein Reifegradmodell und darauf aufbauend ein priorisierter Maßnahmenplan.
In unseren Projekten, die IT-seitig gewachsene MVZ-Strukturen in Holding-Landschaften integriert haben, hat sich gezeigt, dass vor allem drei Handlungsfelder den Unterschied machen:
Diese Schritte setzen keine vollständige Neuentwicklung voraus. Viele Einrichtungen können auf vorhandener Infrastruktur aufbauen, wenn die Lücken erst einmal sichtbar sind. Ein IT-Reifegrad-Assessment liefert genau diese Sichtbarkeit.
Wenn Sie prüfen möchten, wo Ihre Einrichtung heute steht und welche Maßnahmen den größten Hebel bieten, sprechen Sie uns an.
Hybrid-DRG stellt neue Anforderungen an IT-Systeme und Schnittstellen. Doch bevor Sie in Infrastruktur investieren, brauchen Sie ein klares Bild vom Ist-Zustand.
Unser kostenloses Whitepaper zeigt, wie ein strukturierter IT-Check-up funktioniert: von der systematischen Bestandsaufnahme über die Reifegradeinordnung bis zur priorisierten Maßnahmenliste. Mit Praxisszenario aus einem wachsenden MVZ-Netzwerk und konkreten Handlungsempfehlungen für Ihre nächsten Schritte.
Betroffen sind alle Systeme, die an der Falldokumentation und -abrechnung beteiligt sind: KIS, Praxisverwaltungssysteme, OP-Dokumentation, Abrechnungsmodule und die ePA. Entscheidend ist ihre sektorenübergreifende Vernetzung.
Nicht zwingend. Viele Einrichtungen können bestehende Infrastruktur nutzen, wenn Schnittstellen konsolidiert und Interoperabilitätsstandards konsequent implementiert werden. Ein Assessment zeigt, wo der tatsächliche Handlungsbedarf liegt.
Ein Reifegrad-Assessment bewertet den aktuellen Digitalisierungsstand einer Einrichtung anhand definierter Kriterien. Es liefert eine Grundlage für IT-Investitionen und hilft, Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren.
Hybrid-DRG betrifft alle Einrichtungen, die stationsersetzende Eingriffe erbringen, also auch Medizinische Versorgungszentren mit chirurgischem Leistungsangebot. Die IT-Anforderungen gelten sektorenübergreifend.
IT-Projekte im Gesundheitswesen brauchen Vorlaufzeit für Assessments, Vergabe und Implementierung. Einrichtungen, die frühzeitig beginnen, sind für die Hybrid-DRG-Anforderungen deutlich besser vorbereitet.
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